Zeitgenössische Musik in der Schule

Das Klassenzimmer als Klang- und Kompositionsraum

Neuer Projektdurchgang gestartet!

Bewerbungszeitraum abgeschlossen

Raumklangkompositionen, klingende Alltagsgegenstände, Jazz – die Ausdrucksformen zeitgenössischer Musik sind vielfältig und bieten zahlreiche Anknüpfungspunkte für die eigene kreative Praxis. Dieses Potenzial zu nutzen ist das Anliegen von
Zeitgenössische Musik in der Schule
.

Schülerinnen und Schüler experimentieren mit Klängen und Geräuschen, und zwar voraussetzungsfrei, ohrenöffnend, forschend, mit Musikinstrumenten oder umfunktionierten Alltagsgegenständen. Das Programm wurde erstmalig 2004 angeboten, findet alle zwei Jahre statt und begibt sich nun schon in die siebte Runde!

Fachlehrerinnen und -lehrer für Musik der 5. bis 13. Jahrgangsstufe aus allen Schulformen in Niedersachsen haben sich um eine Teilnahme beworben. Vier Musiker, Komponisten oder Ensembles besuchen von Ende August bis Mitte November 2016 acht Schulklassen in Niedersachsen mit eigens für das Projekt entwickelten Unterrichtskonzepten und arbeiten eng mit den beteiligten Lehrkräften zusammen.

Am Dienstag, den 16. August 2016 startet das Projekt mit einer Auftaktveranstaltung von 11 bis 15 Uhr im Sparkassenverband Niedersachsen in Hannover (Schiffgraben 6-8, 30159 Hannover), die für die Lehrkräfte, einige Schüler_innen und die Künstler_innen Gelegenheit bietet, in das Thema einzusteigen, sich persönlich kennenzulernen und sich über die Wünsche und Termine für die fünf Workshops auszutauschen. Ideal ist es, wenn die einzelnen Workshops (eine Schuldoppelstunde) in einem Abstand von ein bis zwei Wochen stattfinden. Die Teilnahme am Programm ist für alle Klassen kostenlos.

Zum Abschluss der Projekte ist am letzten Workshoptermin eine Präsentation in der Schule vorgesehen (für Eltern, Schüler, Interessierte). Eine gemeinsame Präsentationen aller Projekte findet am 17. November in Hannover statt.

Die Hörregion Hannover macht sich in diesem Jahr auf, das Hören neu zu entdecken. Genau dies möchte auch "Zeitgenössische Musik in der Schule": in der kreativen Auseinandersetzung mit Musikerinnen und Musikern neue, ungewöhnliche Hörerlebnisse schaffen. In Kooperation mit dem Deutschen HörZentrum der Medizinischen Hochschule Hannover gehen wir daher auf der Auftaktveranstaltung sowie im Rahmen der Schulworkshops der Frage nach "Wie funktioniert es eigentlich, das Hören?".

Zeitgenössische Musik in der Schule ist ein Projekt der Niedersächsischen
Sparkassenstiftung in Kooperation mit der Musikland Niedersachsen gGmbH und
dem Niedersächsischen Kultusministerium.

Das Projekt wird unterstützt vom Bundesverband Musikunterricht e.V. LV Niedersachsen, vom Verband Deutscher Schulmusiker Niedersachsen e.V. (VDS) und Musik 21 Niedersachsen.
Für das Archiv der Inspirationen werden die Projekte zudem dokumentiert.

Künstlerprojekte und Bewerbung

Das sind sie - die vier unterschiedlichen Konzepte vom siebten Durchgang Zeitgenössische Musik in der Schule. Auch wenn sie inhaltlich sehr verschieden sind, haben sie eins gemeinsam - sie machen neugierig auf Zeitgenössische Musik!

1. Klanginstallation

So klingt eure Stadt/eure Schule…

Jede Pflanze, jeder Untergrund, jede Umgebung und Situation hat seinen eigenen Klang! Bereits im Mutterleib nehmen wir die Umgebung durch Klänge, Stimmen und Töne wahr. Durch die zunehmend visuell geprägte Umwelt wird die akustische Wahrnehmung im Alltag oft vernachlässigt. In diesem Workshop, werden die Teilnehmer/innen zum leisen Hören und Lauschen auf die Klänge der Stadt und zum Innehalten herausgefordert.

Heiko Wommelsdorf

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2. Fusionen

Außereuropäische Musiksysteme treffen zeitgenössische Musik

Eine wichtige Frage, die sich ein Künstler anderer kultureller Herkunft in Deutschland stellt, ist wie man das authentische Gefühl seiner eigenen Musikkultur in die westliche zeitgenössische Musik integriert und einem westlichen Publikum präsentiert, ohne das diese wie ein Fremdkörper erscheint. In diesem Projekt beschäftigen wir uns insbesondere mit der iranischen Musikkultur, welche zu einem großen Anteil aus Improvisation besteht. Balance, Bedingungen und Methoden zwischen interkultureller Improvisation und Komposition werden mit den SchülerInnen erprobt. Das musikalische Material ist frei von klassischen Instrumenten über Alltagsgegenstände bis hin zu iranischen Instrumenten. 

Die Schülerinnen und Schüler erleben, wie bereichernd die Erfahrung mit anderen Musikkulturen für das eigene Schaffen und Leben ist - insbesondere in Hinsicht auf kreative Spontanität, welche durch Improvisation gefördert wird. Mit dem Projekt möchten wir ein grundlegendes Verständnis und Toleranz für zeitgenössische Musik und Musik außereuropäischer Kulturkreise schaffen.

Ehsan Ebrahimi und Philipp Henkel

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3. So klingt Fantasie – Eine Reise in Traumwelten

Wechselwirkung zwischen Musik und Szene

Wir möchten mit den SchülerInnen eine Raumklangkomposition entwickeln, bei der wir ausgewählte Fantasieräume musikalisch und theatral ausloten. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Wechselwirkung zwischen Musik und theatralen/performativen/szenischen Bausteinen. Ausgangspunkt sind die Fantasieräume der SchülerInnen (was für Orte bereise ich in meinen Tagträumen? Was ist mein Lieblings-Fantasieland? Was bedeutet für mich Fremde? Was bedeutet für mich Zuhause/Heimat?).

Unsere musikalischen und theatralen „Instrumente“ werden die Stimmen, die Sprache und der gesamte Körper der SchülerInnen sein sowie Gegenstände, Requisiten der Fantasieräume.

Gundel Gebauer und Christof Littmann

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4. Daphne - Work in Progress

Eine musikalisch – szenische Komposition mit SchülerInnen

Ein Komponist, eine Hornistin und ein Werk, das sich um den antiken Daphne- Mythos rankt: in einem lebhaften, undogmatischen Miteinander zwischen Schülern, Lehrern und Musikern wird an der Weiterentwicklung und Ausgestaltung der musikalischen Vorlage gearbeitet, wird die kreative Phantasie eines jeden angestoßen, werden kompositorische und aufführungspraktische Fähigkeiten entwickelt und die Freude an der Gestaltung gefördert. Am Schluss steht die Aufführung des neuen Werkes „Daphne“ mit musikalischen und szenischen Mitteln.

Individualität, Gemeinschaft und das Ausbilden starker Antennen für die Feinheiten – zwischen diesen Polen bewegt sich die Arbeit in diesem Projekt.

Thorsten Encke und Jessica Hill (musica assoluta)

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Logo Zeitgenössische Musik

Ihre Ansprechpartnerinnen

 

Für Fragen zur Anmeldung und Dokumentation:

Anne Benjes, Projektleitung Dienst für Musikvermittlung
T. 0511.642 792 02
E-Mail: zmis(at)musikland-niedersachsen.de

 

Für Fragen zur Koordination Künstler - Schulen:

Dr. Robert Biskop, Referent für Musik (Elternzeitvertretung), Nds. Sparkassenstiftung
T. 0511.360 37 42
E-Mail: robert.benjamin.biskop(at)svn.de

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Teilnehmende Schulen

Zeitgenössische Musik in der Schule 2016/2017

  • Freie Waldorfschule Braunschweig
  • Oskar-Schindler-Gesamtschule Hildesheim
  • Robert-Koch-Realschule Langenhagen
  • Hanseschule Oedeme, Lüneburg
  • Liebfrauenschule Oldenburg
  • Georg-Büchner-Gymnasium Seelze
  • Peter-Räuber-Schule, Wolfenbüttel
  • Paul-Moor-Schule Wunstorf

Die Künstler 2016/2017

Biographien

Heiko Wommelsdorf hat Medienkunst an der Muthesius Kunsthochschule Kiel bei Arnold Dreyblatt studiert und anschließend Klangskulptur/Klanginstallation bei Ulrich Eller an der HBK Braunschweig. In den letzten Jahren konnte sich Wommelsdorf als Klangkünstler in über 100 Ausstellungsbeteiligungen (u.a. in der Singuhr Hoergalerie Berlin, MARTA Herford, Kunsthalle & Stadgalerie Kiel sowie in Ausstellungen in Dublin, München, Seoul, Wien, Hamburg, Braunschweig, Hannover, Wolfsburg, etc.) behaupten. 2014-2015 hatte er einen Lehrauftrag im Bereich Klangkunst an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel.

Ehsan Ebrahimi ist ein iranischer Musiker, Komponist und Musikpädagoge. Neben der Ausbildung im Santurspiel entwickelte er unter der Begleitung von u.a. Shahin Farhat (Iran) sowie Gordon Williamson und Ming Tsao erste Stücke. Seit 2012 studiert er Komposition an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover in der Klasse von Joachim Heintz. Neben Kompositionen für führenden deutschen Neue Musik Ensembles wird seine Musik auch bei den Kunstfestspielen Herrenhausen, und im ZKM Karlsruhe u.a. gespielt. Darüber hinaus gründete und leitete er das Ferdowsi Orchestra im Iran und seit einiger Zeit das iranische Ensemble Gohar in Hannover.

Philipp Henkel, 1994 in Haldensleben geboren, began seine musikalische Laufbahn mit dem Gitarrenspiel über das Klavier bis hin zur Philosophie bei Dimitri Romanov und zeitgenössischer Komposition und Improvisation bei Tatjana Prelevic. Zurzeit studiert er bei Gordon Williamson, Ming Tsao und Joachim Heintz an der HMTMH Komposition (sowohl akustisch als auch elektronisch).
In dem Werk von Philipp Henkel spielt das Verhältnis zwischen Philosophie und Poesie eine entscheidende Rolle, wobei besonders eine Affinität für asiatische Musikkulturen wie die indische, iranische und japanische erkennbar ist. Dieses Interesse formuliert er in philosophisch-musikwissenschaftlichen Aufsätzen aus. Stücke von Philipp Henkel wurden unter anderem bei Musik 21 Niedersachsen und in der Kestnergesellschaft in Hannover aufgeführt.

Gundel Gebauer, freie Musikvermittlerin, Theaterpädagogin, Kulturmanagerin und Kreativtrainerin. In der Spielzeit 2005/06 war sie feste Mitarbeiterin der musiktheaterpädagogischen Abteilung der Staatsoper Hannover, die sie in der Spielzeit 2008 bis 2010 leitete. Seit August 2010 ist sie selbständig für verschiedene Bildungseinrichtungen und Kulturinstitution tätig. 2011 gründete sie mit anderen freischaffenden Künstlern, Musik- und Theaterpädagogen Creo e.V.. Auf dieser Plattform führt sie unterschiedliche kulturelle Bildungsprojekte in Hannover und Hamburg durch.

Christof Littmann studierte Jazz und Popularmusik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Neben zahlreichen Produktionen für Film und TV komponierte Littmann die Musik für mittlerweile über 30 Bühnenwerke, darunter auch die Musik zu den mehrfach ausgezeichneten Tanzstücken des Choreografen Felix Landerer. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im Bereich der sparten- und musikstilübergreifenden Vermittlung. Außerdem unterrichtet er seit 1994 an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover. 

Thorsten Encke
ist Komponist, Dirigent und Cellist. 2005 gewann er den Kompositionswettbewerb des Pablo Casals Festivals Prades mit der Komposition eines Streichquartetts. Seitdem erhält er zahlreiche Kompositionsaufträge u.a. von der NDR Radiophilharmonie, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Richard-Wagner-Verband. Seine Werke werden von renommierten Künstlern wie Paavo Järvi, Christian Tetzlaff, Isabelle Faust, Sharon Kam, u.v.m. aufgeführt.
Gemeinsam mit befreundeten Musikern gründete Thorsten Encke 2011 das Orchester musica assoluta. Bekannt für seine unkonventionellen Auftritte und Programme hat sich das junge und vitale Ensemble innerhalb kürzester Zeit etabliert.

Zunächst wollte die Amerikanerin Jessica Hill Oboe lernen, durfte aber in der Bläserklasse zwischen dem glänzenden Horn und der verbeulten Tuba wählen. Es folgten das erste Solokonzert, ein Musikstudium als Jungstudentin an der North Carolina School of the Arts und ein Amerikanistikstudium an der University of Cincinnati. Ein Stipendium der Rotary Foundation brachte sie nach Deutschland, wo sie in Hannover ein Musikstudium bei Randy Gardner, Markus Maskuniitty und Henrich Schäfer absolvierte.
Jessica Hill lebt in Berlin und ist zur Zeit Solohornistin der Nordwestdeutschen Philharmonie und Mitglied des Kammerensembles musica assoluta (Hannover). Sie gastiert bei zahlreichen Orchestern und Opernhäusern im norddeutschen Raum (NDR Radiophilharmonie, Hamburger Symphoniker u.a.).