Jahreskonferenz Musikland Niedersachsen 2017

Die Konferenz zur Musikkultur in Niedersachsen

Gemeinsam Visionen entwickeln. Im Netzwerk Verbündete finden. Infrastruktur erschließen. Machen. Zur Jahreskonferenz Musikland Niedersachsen kommen die Musikschaffenden des Landes zusammen um gemeinsam zu arbeiten, von einander zu lernen, Ideen aufzunehmen und vor allem um zu gestalten. Wir greifen Impulse auf und schaffen einen Rahmen, in dem Akteure voneinander profitieren. Dabei denken wir immer szene- und genreübergreifend. Denn – die Rahmenbedingungen für Musik lassen sich nur gemeinsam weiterentwickeln.

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Programm

Jahreskonferenz 2017

Frischer Wind aus Niedersachsen

Ganztägig / Foyer Pavillon / Ausstellung

In Niedersachsen entstehen frische, neudenkende Ansätze, Initiativen und Unternehmen. Zehn davon haben wir zur Ausstellung ins Foyer eingeladen. Vom offenen, in Eigenregie gebauten Veranstaltungsraum, über die Projektwoche, die mit Kirchenmusik ein ganzes Städtchen zum Klingen bringt, bis hin zur Präsentation von außergewöhnlichen Abschlussprojekten der Hochschulen. Alle Akteure wagen Neues und bieten Grund für Inspiration. Die Projektmacherinnen und -macher sind zum Austausch vor Ort.

Musik mit Apps

Ganztägig / Foyer Pavillon / Hands On Machine

App-Musik findet in den letzten Jahren immer weitere Verbreitung. In jüngeren Generationen hat die digitale Musik Produktion eine nicht wegdenkbare Relevanz eingenommen. Beim Musizieren mit Apps halten Musiker*innen keine Geige, Gitarre oder Posaune in der Hand, sondern nutzen Smartphone und Tablet als Instrument. Mit mehr als 50.000 Musik-Apps verschiedenster Art auf dem Markt, reichen die Möglichkeiten vom Komponieren, über Klanginstallationen oder Live-Improvisation bis hin zum Einsatz im Kontext von Musikvermittlung und Band Coaching.

Der Vorteil? Mit Smartphone-Apps lassen sich Kinder und Jugendliche spielerisch an Musik heranführen. Musikalische Erfolgserlebnisse und Ergebnisse können je nach App schnell erzielt und angehört werden. Daraus folgt eine höhere Motivation und Freude am Musizieren und in den meisten Fällen der Wunsch, ein zusätzliches Instrument zu erlernen.

Bands und Musiker, wie die isländische Sängerin Björk oder die US-amerikanische Band "Gorillaz", arbeiten seit längerer Zeit mit digitalen Geräten.

Das neu gegründete APPmusikStudio des MusikZentrums Hannover lädt vor diesem Hintergrund dazu ein, Musik Apps in Echtzeit zu erkunden und durch die über Kopfhörer miteinander verbundenen Tablets live miteinander zu musizieren.


Helpdesks

11.10 - 12.30 / Kleiner Saal / Open Space

Die niedersächsische Musikszene birgt in ihrer Vielfalt eine unglaubliche Expertise. Auf der Jahreskonferenz geben wir Expertinnen und Experten Raum, ihr Wissen und ihre Erfahrungen zu teilen. Bei Helpdesks nutzen wir das Prinzip des „Repair Cafés“ – die Community unterstützt, bietet einen Spiegel, ermöglicht Austausch und gibt Impulse zu den eigenen Projekten. Wir haben Expertinnen und Experten aus unserem Netzwerk eingeladen an Tischen zu ihren Themen Platz zu nehmen. Helpdesks.

Dem Prinzip des Open Space folgend, wird es Freiräume für spontane Angebote und Themen geben.

Themen:
Konzeption – Neue Konzertformate // Netzwerk – Netzwerkbildung und Networking // Junge Akteure – Audience Development mit strategischem Marketing // Transkultur – künstlerisch-pädagogische Projekte // Schule – Fokus Schulkonzert // Musikvermittlung – Band Coaching & Professionalisierung für Jugendliche und junge Erwachsene // Freie Szene – Effektive Social Media Strategien // Förderung – Land & Bund

Plan.Pop.Pro – Wir machen ein Förderkonzept für Populäre Musik

14.00 - 16.15 / Raum 1 / Vortrag und interaktive Diskussion

Katja Lucker (Music Board Berlin), Hannes Piening (Landesmusikrat Niedersachsen), Vera Lüdeck (LAG Rock), Gunnar Geßner (MusikZentrum Hannover), Jasmine Klewinghaus (Musikland Niedersachsen), Hendrik Deutsch (Landesmusikrat Niedersachsen)

Niedersachsens Kreativwirtschaft hat nachweislich einiges zu bieten. Damit die Szene floriert und Künstler*innen nachhaltig überregionale Aufmerksamkeit erfahren, bedarf es einer strukturellen Förderung. Dies haben Baden-Württemberg, NRW, Berlin und Brandenburg bereits eindrücklich bewiesen.

Landesmusikrat, LAG Rock, KlubNetz und Musikland arbeiten daher intensiv an einem neuen Pop-Förderkonzept für Niedersachsen, um die künstlerischen und wirtschaftlichen Potentiale der Popmusik zu entfalten. An dieser Stelle wird der „Plan.Pop.Pro" erstmals vorgestellt und für Feedback geöffnet. In partizipativen Diskussionsrunden soll heiß debattiert werden, sodass Ideen und Impulse der Teilnehmer in die zukünftige Weiterentwicklung des Konzepts mit einfließen können.

Auf Instrumentenhöhe

14.00 – 16.15 / Kleiner Saal / Live Experiment & Podiumsdiskussion

Live Experiment: Bernadette Schachschal (Flötistin, Staatsorchester Hannover) & Ammar Zin (freischaffender Oud-Spieler), Juri Schmahl (Oboist, Staatsorchester Hannover) & Sewar Amer (freischaffende Geigerin).

Erfahrungsaustausch: Mohammed Fityan (Freischaffender Musiker), Claas-Henning Dörries (Dozent Pop Didaktik Institut für Musik Osnabrück), Otto Jansen (Freischaffender Musiker), Maher Farkouh (Projektleiter Welcome Board)

Niedersachsen hat in den letzten Jahren neue Einwohner*innen gewonnen. Im Gepäck: Instrumente, Melodien und Lieder. Ein Schatz, der eine Bühne verdient. Das Welcome Board hat ein Netzwerk aus geflüchteten und migrierten Musikschaffenden aufgebaut und Begegnungsräume für musikalischen Austausch geschaffen. In den letzten zwei Jahren haben wir so großartige transkulturelle Musikereignisse erlebt. In diesem Format wollen wir über das Projektevorstellen hinausgehen und uns sehr konkret mit zwei transkulturellen Tandem-Experimenten beschäftigen.

Wie verständigen sich Musiker*innen mit unterschiedlichen musikalischen Hintergründen? Was ist mit den Vierteltönen? Was können wir gemeinsam musizieren? Wie verändert das uns und unsere Musik? 

Bei den konkreten Tandem-Experimenten treffen Musiker*innen des Staatsorchesters Hannover auf Musiker*innen aus dem Netzwerk des Welcome Boards. Flöte trifft Oud. Oboe trifft Geige. Gemeinsam mit ihnen wollen wir Antworten auf die o.g. Fragen finden.

Anschließend wollen wir Erfahrungen austauschen. Eingeladen haben wir dazu drei  Musiker, die aus ihrer langjährigen Arbeit in transkulturellen Musikkontexten berichten.

Musik erfinden Teil I

14.00 - 16.15 / Bühne 1 / Fachtreffen Musikvermittlung & Workshop

Thomas Taxus Beck (Komponist, Offene Jazz Haus Schule / Rheinische Musikschule Köln), Vertreter*innen von Musik 21 Niedersachsen, Niedersächsische Sparkassenstiftung („Zeitgenössische Musik in der Schule“) und NDR Radiophilharmonie



Wie alt muss man sein um Komponist*in zu werden? Wir sind der Meinung: Unter professioneller Anleitung können schon Kinder und Jugendliche vielfältigste Musik entstehen lassen. Ein potentieller Ort dazu ist die Schule. Aber wie wird das Klassenzimmer zum Klingen gebracht und aus einem Blatt Papier ein Musikinstrument? Welche Anleitung ist dafür nötig? Wie werden Komponierende zu Lehrenden? Und wie werden Lehrende zu Kompositionspädagog*innen?

In den Workshop fließen neben den Impulsen und Ansätzen von Thomas Taxus Beck aus Köln auch die Erfahrungen niedersächsischer Programme wie die von Musik 21 Niedersachsen, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung („Zeitgenössische Musik in der Schule“) und der NDR Radiophilharmonie ein.

Musik erfinden Teil II

16.45 – 18.00 / Bühne 1 / Fachtreffen & Workshop 
zur Musikvermittlung

Fortführung des Workshops von Thomas Taxus Beck.

Hannover: the new Jazzpreneur?

16.45 - 18.00 / Raum 1 / Vortrag und offene Diskussion

Prof. Dr. Carsten Winter (Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung), Aljoscha Paulus (Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung), Arne Jansen (Institut für Jazz Rock Pop)

Digitale mediale Innovationen eröffnen Musikschaffenden, die sich vernetzt organisieren können, neue Chancen. Es entstehen neue Möglichkeiten Musik zu bewerben, zu produzieren, zu liken, zu teilen, zu finanzieren, zu veranstalten, zu fördern sowie zu lehren und zu lernen. Diese Chancen erforschen Studierende aus dem MA „Medien und Musik“ mit dem Schwerpunkt Strategisches Management am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung (IJK) der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover im Hinblick auf Jazz in Hannover empirisch. 

Ausgehend vom Forschungsstand zur Musikstadtentwicklung, stellen Studierende erste Ergebnisse aus dem Lehr-Projekt „Hannover: the new Jazzpreneur“ vor, in dem sie seit März 2017 erforscht haben, wie Hannover für Jazz-Akteure wertvoller werden kann. Vorschläge, wie Künstler, Jazz-Lehrende und -Lernende, Veranstalter, Labels, Booker, Politiker, Netzwerke und Fans und Publikum beitragen können, sollen offen diskutiert werden.


Organisiert wird das Format von Masterstudierenden des zweisemestrigen Jazzpreneur-Forschungsseminars am IJK.

Clubs, Festivals & Politik

16.45h – 17.45 / Kleiner Saal / Offene Diskussion

Gunnar Geßner (Klubnetz), Olaf Möller (Club Commission, angefragt)

Positionen – Politische Willensbildung bei Clubs und Festivals
. Wie macht man eigentlich Lobbyarbeit für Kultur? Große Forderungen, kleine Schritte? Wahlprüfsteine, Podiumsdiskussionen und viele Telefonate? Die Basis sind gemeinsame Positionen, die erst mal gefunden werden müssen. In diesem Panel wollen wir darüber nachdenken, wie man zu dieser Basis kommt. Dabei helfen Vertreter*innen der bundesweiten Netzwerke der LiveKomm.

Musik, Verantwortung und das große Ganze

20.00 – 21.00 / Bühne 1 / Late Night Talk

Sharon Kam (Klarinettistin | Hannover) und İpek İpekçioğlu (DJ und Musikproduzentin | Berlin), Alexandra Lehmler (Saxophonistin | Mannheim), Moderation: Ina Plodroch (Deutschlandfunk Kultur, WDR | Köln)

Wir sind Teil des Systems. Die Verlockung, sich auf die reine Kunst zu beschränken, ist groß. Dass aber Musik nicht außerhalb des „großen Ganzen“ existiert, wusste schon Hanns Eisler: „Wer nur etwas von Musik versteht, versteht auch davon nichts.“ Sein Satz leuchtet nach wie vor ein – und lässt doch offen, wovon wir außer der Musik noch etwas verstehen sollten und wo wir uns womöglich sogar einzumischen hätten. Zeiten, in denen lang vertraute Verhältnisse aus den Fugen geraten, legen nahe, sich darüber auszutauschen: Haben Musiker*innen eine besondere soziale und politische Verantwortung? Und gibt es einen Punkt, an dem es unmöglich wird, Stellung zu beziehen? Welchen konkreten Beitrag können wir leisten in und durch Musik, aber auch darüber hinaus?

Wir diskutieren mit drei Musikerinnen, die sich im Spannungsfeld zwischen der eigenen Kunst, der Gesellschaft in der sie leben und den wirtschaftlichen Zwängen bewegen, von ihrer Kunst leben zu können. Wir befragen sie, was sie durch ihr soziales Engagement bewegen und was sie dazu bewegt hat, sich zu engagieren.

 

Sharon Kam (Klarinettistin, Klassik)
http://www.sharonkam.de/de/biographie

İpek İpekçioğlu (DJ, EthnikFolkElektronikMix)
http://www.djipek.com/index.php/about

Alexandra Lehmler (Saxophonistin, Jazz)
http://alexandralehmler.de/bio.html

 

 

Dance the Tandem

21.00 – Open End / Bühne 1 / Konzert und Jamsession

Syriana und Arab IKU Jazz
anschließend Jamsession

Dance the Tandem steht für gute Musik, Essen, Tanz und Begegnung. Neuangekommene und Alteingesessene kommen ins Gespräch, tauschen sich aus, machen und erleben zusammen Musik. Kurze Konzertbeiträge von Bands und Ensembles aus der ganzen Welt münden in einer großen Jamsession. Das Schauspiel Hannover und das Welcome Board laden gemeinsam zu dieser Reihe ein, die erstmals im Pavillon zu Gast ist. Der Eintritt ist frei. Alle sind willkommen.

In der Spielzeit 2017/18 wird Dance the Tandem durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur gefördert.

#jko17

kompakt

8. November 2017

10.30 bis 21+ Uhr

Kulturzentrum Pavillon Hannover

Workshops / Podien / Diskussionen / Kurzvorträge / Repair Café / Speeddating / Ausstellung / Konzert und Jamsession

Die Dokumentation

zur Jahreskonferenz

Eindrücke

Jahreskonferenz