Jahreskonferenz Musikland Niedersachsen 2016

Die Konferenz zur Musikkultur in Niedersachsen

Auch 2016 war die Konferenz modular und mit Beteiligung vieler Kooperationspartner und verschiedener Szenen aufgebaut. Wir haben mit einem offenen Forum begonnen, so dass sich schon vom Start an neue Gesichter und Positionen entdecken ließen. Dann ging es in parallelen thematischen Strängen durch den Tag. Am Abend haben wir Vielfalt gefeiert. Der zweite Konferenztag bot dann Raum für längeres und konzentriertes Arbeiten an den verschiedenen Themenblöcken.

Jahreskonferenz 2016

Vielfalt, die ankommt

Erster Konferenztag

Zweiter Konferenztag

Programm

Inhalte der Jahreskonferenz

Nach einem gemeinsamen Start, bei dem sich schon zu Beginn neue Gesichter und Positionen kennenlernen lassen, führen thematisch unterschiedliche Stränge durch den Tag. der Fokus liegt dabei auf Vielfalt, die ankommt. Weitere Stränge sind Audience Developement Tag und Nacht und Netzwerke und Netzwerken.

Open Space: Wir sind viele

Di. 8.11. | 11 - 13 Uhr

Was sind unsere gegenseitigen Erwartungen? Was bewegt uns in der niedersächsischen Musikkultur am meisten? Was will ich wissen und was lernen? Was ist mein Teil an der Vielfalt der Musikkultur? Welchen Anteil möchte ich kennenlernen? Den Anfang innerhalb des offenen Konferenzbeginns machen die drei größten Kultur- und Musikförderer des Landes. Sie stellen die Themen vor, die sie bewegen.

Mit: Dr. Annette Schwandner (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur), Dr. Sabine Schormann (Niedersächsische Sparkassenstiftung), Lavinia Francke (Stiftung Niedersachsen)

// Vielfalt, die ankommt //

2016 widmen wir uns der (neuen) Vielfalt im Musikleben Niedersachsens. Im Zentrum stehen dabei zunächst Fragen: Welche Musik ist neu zu uns gekommen?  Wer alles macht Musik? Wer will von Musik leben? Was sind die ganz konkreten Hindernisse, die eine Teilhabe an der niedersächsischen Musikkultur schwierig machen? Wie kann Musikschaffenden tatsächlich geholfen werden? Wie können sie sich dauerhaft in das Musikleben einbringen? Und weiter: Wie lässt sich Vielfalt vermitteln? Welche Rolle kann Musik bei der Integration und ganz konkret beim Spracherwerb spielen?

Gemeinsam mit vielen Partnern möchten wir die Jahreskonferenz nutzen, um das Thema weiter zu tragen, zu diskutieren, Erfahrungen einzuholen, den Austausch fortzusetzen, uns von Impulsen aus anderen Regionen und Ländern anregen zu lassen und nicht zuletzt geflüchteten Musiker_innen eine „Bühne“ zu bieten.

Auftakt – Delinking AfricC: Eine Sound Lecture

Di. 8.11. | 14 – 14.40 Uhr

Ein Yamaha Drum Computer in den Händen eines Musikers und Wissenschaftlers schafft transkulturelle Bezüge und Raum für Reflexion. Das Plädoyer für die Entwicklung transkultureller, postkolonialer und informierter Musikvermittlungskonzepte ist ein akustisches Destillat zur Forschung rund um „tracks ‚n’ treks. Populäre Musik und Postkoloniale Analyse“, so der Titel der Promotionsschrift unseres Redners und Per-formers.

Mit: Prof. Dr. Johannes Ismaiel-Wendt (Stiftung Universität Hildesheim)

Modelle gelebter Vielfalt: Initiativen zur Unterstützung geflüchteter Musikschaffender

Di. 8.11. | 14.45 - 16.15 Uhr

Wie schaffen wir es, gemeinsam mit Geflüchteten nachhaltige Strukturen aufzubauen, in denen Entfaltung und Selbstermächtigung auf verschiedenen Ebenen wie z.B. künstlerischer Arbeit oder Selbstmanagement möglich sind? Welche Rolle spielt gerade Musik, um in gesellschaftspolitischen Kontexten eine Öffentlichkeit zu erzeugen und auf die Bedarfe und Hindernisse gesellschaftlicher Teilhabe Geflüchteter hinzuwei-sen? Wie kreiert man respektvolle Begegnungen sowohl auf beruflicher als auch persönlicher Ebene, um zu einer beidseitigen Öffnung beizutragen? Auf welche Weise kann man sich von Zuschreibungskategorien (z.B. religiöser oder ethno-nationaler Art) lösen und das Individuum in den Mittelpunkt rücken?

Mit: Anas Aboura (Kampnagel, Hamburg), Felix Gebauer (UdK, Berlin), Jonas Petry (Resonance Community, Leipzig); Moderation: Jamila Al-Yousef (Welcome Board, Hannover)

Vielfalt vermitteln

Di. 8.11. | 14.45 - 16.15 Uhr & 17.15 – 18.45 Uhr

Ein Studiengang stellt sich vor. Dabei geht es um die Praxis transkultureller Musikvermittlung zwischen Präsentationen, Best Practice, Debatte und Workshop aus und um den Hildesheimer Weiterbildungsstudiengang „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“.

Kooperationspartner: Center for World Music & Studiengang musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung

Neue Spieltechniken für Alte und Neue Musik auf der Qanun

Di. 8.11. | 17.15 - 17.45 Uhr

Der syrisch-kurdische Qanun-Virtuose Hesen Kanjo und der Komponist und Musiker Matthias Mainz im Dialog über die Wechselwirkung von Spielweisen, Transformation von Instrument und Musikerpersönlichkeit und Publikumswahrnehmung.

Der aus Aleppo stammende syrisch-kurdische Qanun-Virtuose Hesen Kanjo lebt seit 1996 in Europa und hat seitdem zahlreiche herausragende Vertreter türkischer, arabischer und kurdischer Makkam-Stile begleitet. Während er sich in der Begleitung um stilgetreue Unterstützung der Solisten bemüht, entwickelt und verändert er sein Instrument und seine Spielweise in seinen Solokonzerten.

Kanjo ist zunehmend als Solist erfolgreich. Wie wird er von den verschiedenen Publika gehört? Hört sein Publikum die klanglichen und stilistischen Differenzen oder wird er als orientalisch-exotischer Musiker rezipiert? Wie sieht sich Kanjo selbst zwischen neuen Spielweisen, mit denen er teils Musik stilgetreu auf der Qanun abbilden möchte und in anderen Kontexten komplett neue Musik schafft?

Vielfalt ausbilden

Di. 8.11. | 17.45 - 18.45 Uhr

Wie schaffen wir es, Weltmusik in den Studiengängen zu verankern und deren Zugänge zu öffnen? Wie sieht sie aus, die bedarfsorientierte Hochschulbildung? Eine Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Dorothee Barth (Universität Osnabrück) und Prof. Dr. Ekkehard Mascher (Hochschule für Musik Detmold).

Vielfalt feiern

Di. 8.11. | 20.00 – 21.30 Uhr

Das Welcome Board hat zahlreiche Musikschaffende kennengelernt, die in letzter Zeit nach Niedersachsen gekommen sind. Diese Vielfalt wollen wir mit und in einer musikalischen Begegnung feiern. Musikerinnen und Musiker aus aller Welt teilen sich eine Bühne, Interviews und Portraits stellen Menschen vor, Vielfalt wird hör- und sichtbar. Gemeinsam wollen wir den ersten Konferenztag in dieser musikalischen Begegnung beschließen.

Mit: Ministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajić (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur), Michael Dreyer (Morgenland Festival),  Aeham Ahmad (palästinensiche-syrischer Pianist), Luna Ali (Fuchsbau Festival)

Ersungener Spracherwerb

Mi. 9.11. | 9.30 - 12 Uhr

Dass Musik die Verständigung unter den Menschen unterstützt, davon sind wir alle überzeugt. Sie bringt uns zusammen, kann von allen geteilt werden – und das, weil sie selbst so etwas wie eine Sprache ist. Welchen Beitrag aber kann Musik und hier insbesondere das Singen zum Spracherwerb leisten? Und wie funktioniert das genau? Vor dem Hintergrund von Flucht & Asyl sowie der damit einhergehenden gewachsenen Bedeutung des Spracherwerbs im öffentlichen Bewusstsein wollen wir der Vermutung nachgehen, dass Musik und insbesondere das gemeinsame Singen nicht nur Teilhabe ermöglicht und sozialen Zusammenhalt stärkt, sondern auch den Spracherwerb fördert. Gemeinsam mit Experten aus verschiedenen Perspektiven und Disziplinen wollen wir nachfragen, welchen Beitrag Musik und das Singen zum Spracherwerb tatsächlich leisten kann.

Mit: Hayat Chaoui (Sängerin, Gesangspädagogin & Chorleiterin, Köln), Maxi Heinicke (Dozentin im Qualifizierungsprogramm "Musik, Sprache, Teilhabe", Berlin), Spax (Rapper, Hannover) und Desislave Markova (Welcome Board). Moderation: Dr. Kerstin Große-Wöhrmann (Bertelsmann Stiftung), Kerstin Hädrich (Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel), Markus Lüdke (Musikland Niedersachsen gGmbH), Silke Zieske (Landeskoordinatorin für die Chorklassen in Niedersachsen)

Kooperationspartner: Niedersächsisches Kultusministerium, Bertelsmann Stiftung, Bundesakademie für kulturelle Bildung

Welcome on Board! Wohin geht die Reise?

Mi. 9.11. | 12.00 – 12.50 Uhr

Nach dicht gefüllten 4 Monaten Aufbauarbeit, unzähligen Begegnungen und Gesprächen, dem Aufbau eines Netzwerks mit ersten Erfolgen in der Vermittlung von Kontakten und Angeboten wollen wir den Start des Welcome Boards auswerten und zugleich die nächsten Schritte planen. Dies gemeinsam mit engen Wegbegleitern – denn ein Projekt wie das Welcome Board ist nur mit zahlreichen Partnern möglich. Wir werten die Erfahrungen und Maßnahmen aus und sprechen über Perspektiven, Möglichkeiten der Kooperation und die Herausforderungen der Zukunft rund um das Thema Vielfalt im niedersächsischen Musikleben. 

Mit: Jamila Al-Yousef (Projektkoordinatorin Welcome Board), Rami Chahin (Komponist), Nikola Pfaff (Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur), Prof. Dr. Raimund Vogels (Center for World Music, Hildesheim), Moderation: Felix Gebauer (UDK, Berlin)

// Audience Development Tag und Nacht //

Während große Institutionen die strategische Planung der Ansprache von (neuem) Publikum im Blick haben, sieht es bei der Graswurzelkultur aus diversen Gründen anders aus. Entweder sie sind (Natur-)talente oder sie verschwinden vom Markt. Kann man voneinander lernen?

Musicpreneure - Chancen und Herausforderungen

Di. 8.11. | 14 - 16 Uhr

Die Selbstständigkeit ist für viele Musikerinnen und Musiker die gängige, meist freiwillig, mal mangels anderer Optionen gewählte, Beschäftigungsform. In diesem Panel nähern wir uns den unternehmerischen Aspekten dieser Tatsache. Wir fragen, was persönliche und strukturelle Voraussetzungen für erfolgreiches Agieren am Markt sind und wie dafür qualifiziert werden muss.

Mit: Prof. Dr. Carsten Winter (Medien- und Musikmanagement), Dr. Raphael Thöne (Institutssprecher JazzRockPop), Prof. Jonas Schoen-Philbert (Studiengangsprecher Jazz und freier Musiker) und Studierenden der Institute

Kooperationspartner: Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover (IJK & JRP)

Clubs und ihr Publikum

Di. 8.11. | 17.15 - 18.45 Uhr

Wie erreichen Clubs ihr Publikum? Können sie von den Methoden des Audience Development lernen, die für große Institutionen entwickelt werden und eine strategische Ausrichtung der Einrichtung mitsamt eines konkreten Zielpublikums bedeuten? Was ist mit Angebot (der Club als Kunstwerk) und Nachfrage (der Club als Dienstleister)? Ist ein Club einfach tot, wenn er sein Publikum nicht mehr erreicht oder kann er sich ändern? Welche Perspektiven haben Künstler und Booker auf die Clubs?

Mit: Eva Rölen (Audiolith, Hamburg/Berlin), Liam Naughton (Kazimir, Liverpool, tbc), Leila Döring (Klub-Netz, Hannover)

Kooperationspartner: UNESCO City of Music Hannover, KlubNetz e.V. – Verband der Konzertkulturschaffenden in Niedersachsen.

Metal! Ein Blick aufs Publikum

Mi. 9.11. | 11.00 – 12.00 Uhr

Metalfans gehen auf Konzerte, sie kaufen CDs, Vinyl und T-Shirts, sie pilgern nach Wacken und sind über Foren im Netz und viele Spezialzeitschriften verbunden, es gibt Label in allen Größen und es entstehen immer wieder neue Bands, die von ihrer Musik leben können – trotzdem ist diese Subkultur im Mainstream immer noch wenig bekannt. Mit der Ausnahme von Wacken wird nichts gesendet oder berichtet – eine klassische Subkultur also? In diesem Panel wollen wir den Methoden der Publikumsbindung im Metal auf die Spur kommen.

Kooperationspartner: Landesmusikrat Niedersachsen e.V.

// Netzwerke und Netzwerken //

Das Bilden von starken Netzwerken wird als Schlüsselqualifikation für Musikschaffende gewertet. Wie kann dies gelingen? Was sind die Erwartungen, was die Hürden? Bei diesem Strang stehen Netzwerke im Fokus.

Musiknetzwerke – Wie? Warum?

Di. 8.11. | 16.45 - 18.45 Uhr

Netzwerke sind wichtig – ein Allgemeinplatz. Doch wie werden sie wirksam? Welcher Ansatz verspricht Erfolg: Top down mit einem starken Kern? Oder eher basisdemokratisch und ohne Zentrale? Verbinden sich Interessen automatisch oder müssen sie geweckt werden? Hier analysieren wir in einem Rundgang durch verschiedene Beispiele, was erfolgreiche Netzwerkarbeit ausmacht.

Mit: Markus Strothmann (Musiker und Wissenschaftler, Hamburg), Vera Lüdeck (LAG Rock, Hannover), Dr. Matthias Rauch (Clustermanagement Musikwirtschaft Mannheim) und Bernd Zimmermann (NRWJAZZ, Gelsenkirchen)

Musik->Wirschaft – Crowdfunding

Di. 8.11. | 12.45 - 16 Uhr

Am zweiten Dienstag im Monat findet diese gemeinsame Reihe von Kre|H|tiv und Musikland statt. Der Termin fällt im November auf die Jahreskonferenz, deshalb konnten wir das Format für die Musikwirtschaft dort integrieren und ausweiten. Zum Thema Crowdfunding gibt es dieses Mal nicht nur einen Impuls, sondern auch einen Workshop und eine Podiumsdiskussion. Wie die Kraft der Menge und des Netzwerks zur Investition in die eigene Kunst genutzt werden kann, wollen wir in diesen Formaten klären.

Mit: Anja Thonig (Vision Bakery, Leipzig) & Isabel Jansen (Nordstarter, Hamburg)

Kooperationspartner: Kre|H|tiv Netzwerk Hannover

Festivals in Niedersachsen

Mi. 9.11. | 9.30 - 12 Uhr

Die niedersächsische Festivalszene trifft sich. Es geht um die Konzeption der Musikland-Angebote und die weiteren Schritte im Hinblick auf einen gemeinsamen Auftritt oder gemeinsame Projekte. Nach den Erfahrungen aus der Netzwerkanalyse des Vortages, kann hier gebrainstormed und entwickelt werden, welche Form des Netzwerks für die Festivals in Niedersachsen am besten ist.

Modaration: Gunnar Geßner und Jakob Hermens vom Musikland Niedersachsen

Bilder: Isabel Winarsch, Marc Bollhorst, Lars Kaempf (2)

JKO 16

Kompakt

Von 8. bis 9. November 2016
Pavillon Hannover
Dienstag, 11.00 bis Mittwoch, 14.30 Uhr

Themen:

Welcome Board / Vielfalt vermitteln / Netzwerk und Netzwerken / Modelle gelebter Vielfalt / Audience Development Tag und Nacht / Ersungener Spracherwerb / Musik -> Wirtschaft / Festivals in Niedersachsen / Besucherbindung Metal / Musicpreneure /

Und abends: Vielfalt feiern

Anfahrt

JKO16

Der Pavillon Hannover liegt zentral in der Innenstadt und ist vom Hauptbahnhof fußläufig in unter 10 Minuten erreichbar.

Fragen?

Wir haben Antworten.

Für Fragen, Anmerkungen und Hinweise sind wir jederzeit erreichbar:

0511 642 792 04

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