Klänge, die Springe sprengen

Kunst und Begegnung Hermannshof

„Klänge, die Springe sprengen“ wurde realisiert von Kunst und Begegnung Hermannshof e.V. Der niederländische Künstler, Lautpoet und Schwitters-Interpret Jaap Blonk entwickelte eine Komposition für Laienchöre in der Region Springe. In einem gemeinsamen Prozess gehen lautpoetische Schöpfungen, Improvisation sowie standard-musikalische Muster eine neue reizvolle Verbindung ein. Der Gesangsverein Augusta seit 1887 aus Völksen sowie Mitglieder weiterer Chöre in der Kommune Springe waren die Hauptakteure. Das Projekt war offen für Sängerinnen und Sänger aus der Region. Leitfaden für die Komposition war eine von Jaap Blonk verfasste Erzählung, in der viele Neuwortbildungen verwendet werden. Diese setzen sich zusammen aus topografischen Namen im ehemaligen Kreis Springe.

Rückblick: "Wie ein Laienchor sich ein Stück im Sprechgesang erarbeitet"

Vom Geschäftsführer des Vereins "Kunst und Begegnung Hermannshof "e.V. Eckart Liss wurde Mitte 2009 der Wunsch geäußert, wie in den Jahren 2004 ("Höllenfahrt im Freiballon") und 2005 ("Musik aus 100 Fenstern") ein gemeinsames Projekt zu erarbeiten. Grundlage war der vom Musikland Niedersachsen ausgeschriebene Wettbewerb "Förderpreis Musikvermittlung 2009"  für musikausübende Gruppierungen jeder Art.

In einem Gespräch zwischen unserer Chorleiterin Frau Tamara Gliserin und Herrn Liss wurden Einzelheiten für das Vorhaben erarbeitet. Dazu konnte der holländische Lautpoet Jaap Blonk gewonnen werden, der sich Anfang September während einer Chorprobe vorstellte und uns Proben seines künstlerischen Programms nahe brachte. Wir waren sehr erfreut, dass unser Projekt nach der Auswertung von 95 Bewerbungen unter den 6 ausgezeichneten war.

Die Arbeit begann im Februar 2010 mit dem ersten Wochenendworkshop in der Musikschule Springe. Es folgten in den kommenden Monaten weitere vier Wochenendworkshops sowie Übungen innerhalb der normalen wöchentlichen Proben unseres Chores. Außer den AUGUSTA-Chormitgliedern waren noch einige interessierte Musikfreunde aus der Region und dem Hermannshof verbundene Mitstreiter dabei. Zu Beginn lag noch kein fertiges "Drehbuch" vor, das wurde zum Teil während der Workshops erarbeitet bzw. geändert und ergänzt.

Parallel zu unserer Arbeit probte ein Kinderchor seinen Part, der dann erst am Abend der Generalprobe zu uns stieß. Jaap Blonk erfand eine Räubergeschichte, die sich aus Orts-, Flur- und Straßennamen des Altkreises Springe zusammenfügte, was für uns sehr erheiternd war. Es wurde angedacht, das Projekt während der Chortage des CVNB in Hameln vom 4. bis 6. Juni uraufzuführen. Uns wurde das Theater in Hameln für unsere Darbietung zugeteilt. Am Vorabend fand aber bereits die eigentliche Uraufführung im Haus im Park auf dem Hermannshof in Völksen vor ca. 150 Zuschauern statt, die uns mit reichlich Beifall verabschiedeten.

Im Nachhinein ist festzustellen, dass wir als Chor wieder etwas dazugelernt haben, für uns anfangs mehr als ungewohnt aber von Probe zu Probe besser und logischer. Wir wissen jetzt, dass die Kattlöcher schuld oder nicht schuld an den Rottekuhlen sind, wie die Lausebrinkler und Spissenrieder, die Hirschköpfe und die Seidenschleicher sprechen und - happy end- die listige Röse wurde als Räuberin vor dem Gericht begnadigt, darf nun nur noch "völksen" nicht mehr "eldagsen" und arbeitet auf dem Hermannshof an der Taubentränke.

Elke Hüper, Schriftführerin und Horst Hüper, Referent für Öffentlichkeitsarbeit - Chor und Vorstand des Gesangvereins AUGUSTA Völksen von 1887 e.V.