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Mix it UP! Rückblick auf den Fachtag Festivals '18 in Goslar

Interdisziplinarität? Was bedeutet dieser eher wissenschaftlich geprägte Begriff überhaupt? Wann ist mein Festival interdisziplinär und bedeutet das gleichzeitig, dass ich so ein neues Publikum anspreche? Und was ist mit Festivalkooperationen? Ist es tatsächlich effizienter mir die PA für mein Festival mit einem anderen Festival in der Region zu teilen? Oder ist es doch wieder nur ein Mehraufwand im eh schon stressigen Orga-Alltag?

Dies sind einige der vielen Fragen, die uns am 13. April im Mönchehaus Museum in Goslar beim Fachtag Festivals 2018 unter dem Motto „Mix it UP! Festivalkooperation und Interdisziplinarität“ beschäftigt haben. Rund 50 Veranstalter*innen von circa 35 unterschiedlichen Festival- und Musikorganisationen sind unserer Einladung nach Goslar gefolgt, miteinander ins Gespräch gekommen, haben diskutiert und debattiert. Zahlreiche spannende Impulse zu den Themen gaben acht Expert*innen der bundesweiten Festivalszene.

Goslar begrüßte uns mit Regen, aber dank unserer herzlichen Gastgeber*innen des Mönchehaus Museums und des Internationalen Musikfest Goslar - Harz wurden wir bereits mit einem Kaffee zum Aufwärmen empfangen. Nach und nach versammelten sich die Festivalmacher*innen aus ganz Niedersachsen, die teilweise bereits schon mehrere Stunden Zugfahrt hinter sich gebracht hatten. Schnell fanden sich die ersten Gesprächspartner*innen bei Croissants und Keksen am Buffet zusammen.

Der Vormittag galt dem Kennenlernen und dem sanften Einstieg ins Thema. Markus Lüdke, Geschäftsführer der Musikland Niedersachsen gGmbh, und Kaja Engel, Vorstand des Internationalen Musikfest Goslar – Harz, begrüßten die Teilnehmer*innen in einem der Ausstellungsräume des Museums. Da das Mönchehaus Museum dem Musikfest ein langjähriger Partner bei der Austragung der Reihe „Music meets Art“ ist, eigne sich der Ort ideal, um Kooperation und Interdisziplinarität zu thematisieren, so Engel. Jannis Burkhardt vom Fuchsbau Festival demonstrierte auf inspirierende Art und Weise, wie sich sein Team intern strukturiert, sich neuen Input für frische Ideen holt und wie neue Formate auch neue Fördertöpfe eröffnen. Alexander Dettke von dem AK Festivals der LiveKomm und Tanja Krischer vom Deutschen Bühnenverein stellten ihre Verbände und deren Portfolio vor. Beim „Wünsch dir was“ Speed Dating vor der Mittagspause fanden sich die Teilnehmenden in wechselnden Gruppen zusammen und konnten sich über die Träume über die Zukunft ihres Festivals austauschen.

Der Nachmittag widmete sich intensiver den Themen Kooperation und Interdisziplinarität. Markus Blanke vom Festivalkombinat sprach mit einigen der Festivalmacher*innen über individuelle Bedarfe der einzelnen Festivals sowie Möglichkeiten, diese durch Kooperation zu decken. Im Match-Making entstanden daraufhin einige interessante Kontakte für die Teilnehmer*innen. Zeitgleich erzählte Thomas Posth vom Orchester im Treppenhaus, wie er es geschafft hat mit einem Cross-Over-Projekt ein klassikfernes, junges Publikum für seine klassischen Konzerte zu begeistern, bevor Stephan Buchberger von den KunstFestSpielen Herrenhausen und Henry Alves vom Fuchsbau Festival über ihren jeweiligen Standpunkt zum Thema Interdisziplinarität sprachen. Dass Interdisziplinarität per se entstehe, wenn die Team-Mitglieder unterschiedliche Backgrounds haben und man sich dies zu nutze mache und dass es eine „besondere Reibung“ zwischen den Disziplinen erfordere, wenn man Interdisziplinarität erfolgreich umsetzen möchte, waren nur zwei von vielen wichtigen Aussagen des Nachmittags. Ebenso wichtige Informationen zum komplexen Thema GEMA gab Olaf Möller, politischer Sprecher der LiveKomm, zum Ausklang des Fachtages.

Die verschiedenen Generationen von Festival-Veranstalter*innen ebenso wie die verschiedenen Genres haben die Konferenz zu einem Tag des spannenden Austauschs und voneinander Lernens gemacht. Langjährige Erfahrung traf auf Neugierde, bewährte Kuration auf innovative Ansätze. Wir als Musikland Niedersachsen konnten viele Anregungen und thematische Impulse aus den Gesprächen mitnehmen und freuen uns auf ein erneutes Zusammentreffen der Beteiligten auf der Jahreskonferenz am 2. und 3. November 2018 sowie dem nächsten Fachtag Festivals im Jahr 2019!  

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