Tags: Solistin: Evgenia Rubinova (Klavier), Dirigentin: Karen Kamensek
Hector Berlioz:
Ouvertüre zu "Benvenuto Cellini" op. 23 (1837)
Maurice Ravel:
Konzert für Klavier und Orchester G-Dur (1931)
Olivier Messiaen:
Le Tombeau resplendissant (1931)
Claude Debussy:
La Mer, Drei sinfonische Skizzen für Orchester (1905)
Bereits zu Lebzeiten galt Hector Berlioz vielen als wichtigster Erneuerer der orchestralen Klangsprache seit Ludwig van Beethoven. 1844 fasste er seine Erkenntnisse in seiner berühmten Instrumentationslehre zusammen, ein Standardwerk noch für Generationen von Komponisten nach ihm. Berlioz’ eigene Souveränität der Orchesterbehandlung ist bereits in seinen frühen Werken spürbar, so auch in der jugendlich-überschwänglichen Ouvertüre zu seiner ersten Oper "Benvenuto Cellini".
Knapp 70 Jahre später trieb Claude Debussy mit Kompositionen wie "La Mer" die Emanzipation der Klangfarbe weiter voran. Melodische, harmonische und rhythmische Strukturen lösen sich auf in eine konturlos schwebende Klangsphäre. »Esquisses symphoniques« – »Sinfonische Skizzen« nannte Debussy das dreisätzige Werk, das der Komponist explizit nicht als Programmmusik im Sinne exakter Reproduktion der Natur verstanden wissen wollte. Vielmehr interessierte ihn, den Gestus des Meeres, das Wogen der Wellen und das schwerelose, unbestimmte Spiel des Windes in ähnlich sich verflüchtigenden musikalischen Strukturen einzufangen.
Eine ganz andere Klanglichkeit suchte Maurice Ravel 1931 mit seinem Klavierkonzert G-Dur. Wie so oft spielt der Komponist mit einer Vielzahl musikalischer Stile, bunt durcheinander wirbeln baskische Tanzmelodien, grelle Jazzeffekte, Zirkusfanfaren und rasantes pianistisches Laufwerk. Aber mochte Ravel auch behaupten, er sei »der Ansicht, dass die Musik eines Konzerts fröhlich und brillant sein kann, und dass es nicht notwendig ist, nach Tiefe und nach dramatischer Wirkung zu streben«, der langsame Satz spricht eine andere Sprache. Die traumhaft schöne und zugleich schlichte Kantilene des Soloklaviers ist von einer fragilen Innerlichkeit, als würde sich erst hier das wahre Wesen Ravels hinter einer Maske offenbaren.
Während in diesem Spätwerk bisweilen schon der Hauch des Abschiednehmens vom Leben mitschwingt, komponierte der junge Olivier Messiaen im selben Jahr seinen Abschied von der Jugend. Kurz nach dem Tod der geliebten Mutter dichtete er verzweifelt: »Meine Jugend ist tot: ich selbst habe sie getötet. Zorn, der hervorbricht, Zorn, der überquillt! ...« und stellte diese Verse seinem expressiven Orchesterwerk "Le Tombeau resplendissant" voran, dem »leuchtenden Grabmal« seiner Jugend.
| 14.03.2010 | bis | 14.03.2010 |
| 17:00 Uhr | bis | 19:30 Uhr |
Opernhaus Hannover
Opernplatz 1
30159 Hannover
